Gemeinsame Befahrung der Mitglieder des Gewerkes der Bergschmiede und Freunde
Pünktlich um 08:00 Uhr trafen sich 13 Mitglieder vom Gewerke der Bergschmiede und Freunde zum 4. Mal, um eine gemeinsame Befahrung durchzuführen. Dieses Mal war die „Reiche Zeche“ unser Ziel. Unseren Bergführer hatten wir in den eigenen Reihen: Siegfried Fröhlich. Er ist auch im Förderverein Himmelfahrt Fundgrube Freiberg/Sachsen e.V. seit Jahren aktiv engagiert und führte uns auf den Spuren der Bergleute.
Um 08:30 Uhr brachte uns die Fördermaschine mit 2 m/s auf die 1.Sohle der Reichen Zeche. Nach kurzer Einweisung ging es in Richtung des freien Grubenfeldes. Da eine Baustelle auf unserer geplanten Tour war, besuchten wir das Klassenzimmer. In einem Erklärungsvideo wurde dargestellt, wie unser Freiberger Silber entstand. Weiter ging es zu einem Wasserradmodell, wo sehr prägnant die Bedeutung von Wasser für den Bergbau dargestellt wurde.
Anschließend ging es über den Querschlag West bis zum Ziegenstall. Vorher haben wir natürlich noch das Whiskylager besichtigt. Eine Verkostung der Spezialität „1. Sohle Single Malt Whisky“ war leider kein Bestandteil der Führung…
Danach ging es über den abgebauten Erzgang in Richtung „Alte Elisabeth“. Im ehemaligen Abbaupunkt sind wir dann über die Rolle 3 zum Alten Tiefen Fürstenstolln aufgestiegen. Dabei hatten wir über Fahrten einen Höhenunterschied von 60 m zu überwinden. Der nun mittelalterliche Bergbau war spektakulär. Siegfried Fröhlich erklärte uns die verschiedenen Abbaumethoden. Wir waren begeistert von der Leistung der Bergmaurer und Zimmerlinge. Und natürlich waren wir besonders angetan von einer historischen Schlegelstrecke. Wie sauber und genau wurde hier von den Häuern gearbeitet. Und hier sahen wir auch die Bedeutung der Bergschmiede für einen effektiven Bergbau. War das Eisen des Häuers zu weich geschmiedet, war das Eisen nach einigen Schlägen stumpf. War das Eisen zu hart geschmiedet, war es spröde und brach sehr schnell ab. Der Bergschmied hatte also die Aufgabe ein hartes aber zähes Eisen täglich dem Häuer für die Arbeit zu übergeben.
Eine besondere Herausforderung war die Befahrung des „Nadelöhrs“. Für uns war es ein großer Spaß, durch diese enge Stelle zu kriechen. Zeigte es doch die komplizierten Bedingungen der Bergleute bei ihrer schweren Arbeit.
Schließlich sind wir kurz nach 10:30 Uhr ausgefahren. Es war für alle ein tolles Erlebnis.
An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an die Mitglieder des Fördervereines Himmelfahrt Fundgrube Freiberg/Sachsen e.V., die sehr präzise die Vor- und Nachbereitung der Führungen übernehmen.
Natürlich haben wir noch zum Schluss unserer Führung unser „Steigerlied“ gesungen. Die anwesenden Besucher, die sich auf ihre Führung vorbereitet haben, wurde so von uns auf das zu erwartende Bergbauerlebnis eingestimmt.
Wir ließen den Vormittag beim Mittagstisch in der Gaststätte „Erholung“ gemeinsam ausklingen. Schön war, dass die Bergschmiede, die auf Grund ihres Alters nicht mehr mit einfahren konnten, mit ihren Frauen am gemeinsamen Essen teilnehmen konnten.
Unser Fazit: Die Befahrung war gelungen, wo wird es 2027 hingehen?
Glück auf
Siegbert Kranz
Oberschmiedesteiger









