Bergstadtfest 2026 – Hitzeschlacht in der Altstadt
Als im Vorfeld des Festes vom Wetterdienst 40 und mehr Grad angekündigt wurden, meinten viel Bergstadtfesterprobte „so schlimm wird es nicht werden, falsche Wettervorhersagen haben wir ja schon oft erlebt“. Leider wurde es aber so schlimm.
Schon am Nachmittag des Eröffnungstages herrschte eine bullige Hitze in der Altstadt von Freiberg. Sogar die größten Fans verschoben ihren ersten Besuch des Weindorfs auf die Abendstunden. Eröffnet auf dem Obermarkt wurde trotzdem. Und schon zur Tradition geworden, vier Mitglieder unseres Vereins waren bei der Krönung in ihrer Uniform dabei, andere saßen in Zivil vor der Bühne.
Für viele Freiberger kam ein „endlich, die Demokratie lässt sich nicht verschaukeln – Freiberg hat wieder einen Oberbürgermeister“. Wir gratulieren unserem Vereinsmitglied Philipp Preißler zur Übernahme des Amtes und wünschen ihm alles Gute und bei seinen Entscheidungen immer ein glückliches Händchen. Schon traditionell, die Stadtoberhäupter kommen aus den Reihen unseres Vereins, zumindest die männlichen! Bei den Landräten ist es ähnlich, die Ausnahme war Matthias Damm. Aber wir müssen ihm anrechnen, den Bergkittel hat er sich mit einem Sprung über das Arschleder verdient.
Bekannt gegeben wurde am Eröffnungstag, dass der Aufzug der zukünftigen Schulanfänger wegen der Hitze ausfallen muss. Das hat bestimmt viele enttäuschte Gesichter gegeben. Die Kinder hatten sich mit dem Lernen des Steigerliedes und dem Basteln einer Bergmannsuniform lange vorbereitet. Und nun alles umsonst.
Am Abend, der Empfang des Oberbürgermeisters Philipp Preißler im Hof des Herderhauses, Sitz des Stadtarchives, fand bei schattigen Temperaturen statt. Schon das Spalier am Eingang mit unseren Klaubejungen gab dem Empfang einen festlichen Anstrich. Die Stadtverwaltung hatte sich auch einen prominenten Redner eingeladen. Siegmund August Wolfgang Freiherr von Herder hat es sich nicht nehmen lassen und ist aus der Gruft der Grube „Heilige drei Könige“ aufgestiegen. Da seine Uniform in den 188 Jahren doch etwas gelitten hatte, griff er auf die Interimsuniform von 1793 zurück, die wir ihm aus unserem Uniformdepot zur Verfügung stellen konnten.
Am Sonnabend kümmerten sich Vereinsmitglieder um Evelyn Fleischer um unsere Gäste aus der polnischen Partnerstadt Waldenburg.
Und es kam wie gedacht, die große Bergparade wurde wegen der weiter anhaltenden hohen Temperatur ebenfalls abgesagt. Nur der Berggottesdienst im Dom, zumindest die Freiberger Berg- und Hüttenleute waren dabei, fand statt. Als Novum, Ersatz für die Aufwartung auf dem Obermarkt und „Gänsehautbringer“ erklang zu Abschluss im Gotteshaus unser Steigerlied – alle Freiberger, Gäste und Freunde des Montanwesens stimmten nach der Fanfare mit ihrem Gesang ein. Einen so großen und stimmgewaltigen Chor hatte der Dom langen nicht.
Ein Fakt muss noch erwähnt werden! Eine Gruppe Hüttenenthusiasten aus Leoben/Österreich hatte die Absage der Parade nicht mitbekommen, war in unsere Silberstadt gereist und bereicherte damit unseren Berggottesdienst.
Beim anschließenden Bergbier am Stand des FKK war die Hitze doch noch auszuhalten und nach dem zweiten Freiberger fast vergessen.
Am Abend fand das Hitzebergstadtfest im Weindorf, auf dem Obermarkt oder auf der Burgstraße für die ganz Mutigen den Abschluss.
Knut Neumann









