07.11.2009 – 12. Symposium der HFBHK zur Geschichte des sächsischen Berg- und Hüttenwesens

„Vom Silber zum Silizium” – so beschreibt man die Geschichte des Freiberger Berg- und Hüttenreviers und darüber hinaus auch die der industriellen Entwicklung unserer sächsischen Berg- und Silberhauptstadt Freiberg. Dieser Satz macht deutlich, daß die über 800-jährige Montantradition dieser Region nahezu nahtlos Anschluß an moderne Technik und Technologie des postindustriellen Zeitalters gewann.Seit Mitte der 60-iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts – der Freiberger Bergbau neigte sich seinem Ende zu – entstand mit dem VEB Spurenmetalle ein Zentrum der Halbleiter – und Silizium-Einkristallproduktion. Eng verknüpft mit dem Wissenschaftspotential der Bergakademie Freiberg, etablierte sich in unsere Region eine Zukunftsindustrie.Aus „Spume” ging nach 1990 über mehrere z.T. schmerzhafte „Häutungen” in Gestalt von wirtschafts- und betriebsorganisatorischen sowie betriebswirtschaftlichen Transformationen auch die heutige Solarworld- AG Freiberg hervor. Gewissermaßen in „Weiterführung” des eingangs erwähnten Satzes „Vom Silber zum Silizium” zu „Vom Sand (=Silizium) zum Solarmodul” wird in diesem Unternehmen aus einem Massenrohstoff der Erdkruste (ca. 25%) mit Hilfe komplexer und komplizierter High-Tec. ein Produkt zur Umwandlung von Sonnenenergie in Solarstrom: das Solarmodul.Somit bot sich für das jährliche Symposium unseres Bergbau- und Hütten-Traditionsvereins ein sehr lohnenswertes und interessanten Objekt zum Thema: „Zur Geschichte des sächsischen Berg- und Hüttenwesens”; das nunmehr 12. seiner Art.Etwa 40 Bergkameradinnen und -kameraden, darunter eine ansehnliche Anzahl von Angehörigen unserer Kindergruppe, fanden sich zu diesem Behufe beim Unternehmen Solarworld ein.Von zwei Mitarbeitern des Bereiches Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Frau Claudia Hanisch und Herrn David Münster, herzlich begrüßt, wurde uns in einem Übersichts- und Einführungsvortag die Unternehmensphilosophie, die weltweite Standortverteilung des Unternehmens sowie die Fertigungsstufen vom Reinstsilizium über die Kristallisation, die Waferfertigung, die Solarzellenfertigung bis zur Modulproduktion mit Verpackung und Lagerung in gebotener Kürze vorgestellt. Dabei wurden uns die potenziellen und bereits genutzten Anwendungsmöglichkeiten dieser mobilen Energieerzeugung vor Augen geführt. Anschaulich schilderte uns Frau Hanisch die dadurch zu erreichenden erheblichen Verbesserungen der Lebensqualität in Ländern, in denen ein Stromnetz wie in unseren Breiten üblich, noch in weiter Ferne liegt. Sie konnte sich durch eigenes Erleben davon ein Bild machen, als sie bei der Installation von Solarmodulen in Mali dabei sein konnte.Dem Einführungsvortrag schloß sich eine Befahrung der Prozeßstufen an, die von unseren beiden Betreuern mit Sachkunde und bemerkenswerter Detailkenntnis begleitet wurde. Da viele unserer Mitglieder einst selbst noch im Bergbau- und Hüttenkombinat oder bei „Spume” gearbeitet haben, ergab sich naturgemäß viel Gesprächsstoff.Was uns vorgeführt wurde, war beeindruckend und aufschlußreich u.a. auch durch deutliche Hinweise auf die Unternehmensphilosophie: so konnte man im Bereich Modulfertigung lesen: „Qualität ist: der Kunde kommt wieder, nicht das Produkt” (dabei fällt mir ein: Losungen am Arbeitsplatz kennen wir doch noch ! Erinnert sei z.B. an: Meine Hand für mein Produkt”…). Der Dank unseres Vorsitzenden Knut Neumann an unsere beiden Begleiter, verbunden mit einem Buchgeschenk (Befahrungen – 15 Jahre HFBHK), beschloß den erlebnisreichen Vormittag.

 

Bergkamerad Dr. Eberhard Pönitz

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