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Immaterielles Kulturerbe

Unter „Bräuche und Feste im Jahresumlauf“ sind im bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes auch „Bergparaden und Bergaufzüge in Sachsen“ aufgeführt. Die Aufnahme in das Verzeichnis erfolgte nach einer Antragstellung des Sächsischen Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine im Jahr 2016.

Die Teilnahme von sächsischen Berg- und Hüttenleuten an höfischen Festen ist seit dem 16. Jahrhundert nachweislich bekannt. Damals nahmen diese in ihrer sauberen, weißen Arbeitskleidung an Festaufzügen des Hofes in Dresden teil. Erste eigenständige Präsentationen von Bergleuten sind für Freiberg aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts verbrieft. In dieser Zeit kamen auch die Begriff Bergparade und Bergaufzug in Nutzung. In das Marschband von 1719 im Plaunschen Grund zum Saturnusfest waren neben den vielen Bergleuten auch Hüttenleute, Musiker, Köhler, Münzmeister und Münzome, jedoch in einer viel geringeren Anzahl integriert.

Aufzug zum Saturnusfest 1719, TU BA FreibergAufzug zum Saturnusfest 1719, TU BA Freiberg
Aufzug zum Saturnusfest 1719, TU BA Freiberg
Aufzug zum Saturnusfest 1719, TU BA Freiberg

Dieser farbenprächtige Aufzug von zirka 1500 sächsischen Berg- und Hüttenleuten vor Gästen aus ganz Europa strahlte auf viele Bergbaugebiete ab. Von nun an mussten sächsische Berg- und Hüttenleute zu besonderen höfischen und Bergstadt-Festen immer wieder in ihrer Paradekleidung aufmarschieren. Bis 1768 geschah dies in der sauberen Arbeitskleidung, der Paradetracht. Mit der Umsetzung der Uniformvorschriften mussten von nun an alle im sächsischen Montanwesen Beschäftigten eine für ihr Gewerke vorgeschriebene Uniform tragen. Da an Teilnehmer starken Paraden und Aufzügen die Anzahl der Bergleute die der Hüttenleute bei weitem übertraf, hielt sich der Name Bergparade oder Bergaufzug über die Jahrhunderte weiter. Erst mit dem Aufbau und dem ersten Marsch der historischen Freiberger Berg- und Hüttenparade spricht man verstärkt die Verbindung von Bergbau und Hüttenwesen aus. Dies liegt auch daran, dass nun fast ein Patt zwischen der Anzahl der Bergleuten und der Hüttenwerker in der Freiberger Parade erreicht ist. Im Sprachgebrauch wird aber meist nur die Kurzform Bergparade genutzt und jeder Kenner weiß was gemeint ist.

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