Bergmusiker
Die Bergmusik gehört seit Jahrhunderten zum sächsischen Berg- und Hüttenwesen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gewann die Marschmusik an Bedeutung. Oberberghauptmann Sigismund August Wolfgang Freiherr von Herder förderte die bergmännische Musik in Freiberg und im Erzgebirge. Nach dem Ende des Silberbergbaus kam sie in Freiberg weitgehend zum Erliegen.
Im Jahr 1946 entstand aus der ehemaligen Hüttenkapelle Halsbrücke und weiteren Musikern die Blaskapelle der Bleierzgruben „Albert Funk“. Aus ihr ging 1961 das Kombinatsblasorchester des Bergbau- und Hüttenkombinats „Albert Funk“ hervor. Ehemalige Orchestermitglieder gründeten 1991 das Bergmusikkorps Saxonia, das die bergmännische Musik und das Brauchtum der Region weiterpflegt. Auch der gemischte Chor unserer Knappschaft und die Freiberger Bergsänger halten diese Tradition lebendig.
Die Uniform unserer Bergmusiker orientiert sich an der Zeit um 1855. Da es damals keine vom Oberbergamt geförderte Bergmusik gab, verbindet sie ausgewählte Musikeruniformbestandteile aus dem frühen 19. Jahrhundert mit der damals aktuellen Offiziantenuniform. Die schwarze Puffjacke mit roten Aufschlägen wird durch weiße Kniebundhosen und Gamaschen ergänzt. Besonders auffällig ist der grüne Schachthut mit Feder, Kokarde und gekröntem sächsischem Wappenschild. Schwarze Schwalbennester mit goldener Borte kennzeichnen die Musiker, gekreuzte Borten sind den als Bergmusikmeister oder Bergliedermeister ausgezeichneten Mitgliedern vorbehalten. Anders als die übrigen Paradeuniformierten tragen die Musiker keine weißen Handschuhe. Arschleder und Kniebügel gehören ebenfalls zur Ausstattung. So verbindet die Paradeuniform verschiedene Epochen und macht die besondere Stellung der Musiker in der Bergparade sichtbar.





