25.06.2021 - Spalier der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft beim Glockenguss im Sächsischen Metallwerk Drucken

"Es ist so schön, Euch nach so langer Zeit wiederzusehen", so sagte es Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger gleich zu Beginn seiner Begrüßungsansprache anlässlich der in Rede stehenden Veranstaltung Glockenguss, vor allem gerichtet an die Abordnung von 10 Berg- und Hüttenleuten der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft in der Gießhalle des Sächsischen Metallwerkes zu Freiberg. Diese herzlichen Worte unseres Oberbürgermeisters lösten bei uns große Freude aus. Es war schon ein nicht alltägliches Ereignis, bei einem Glockenguss anwesend zu sein. Bereits vor dem Beginn erfreuten wir Gäste, Zuschauer und Medien mit unserem Spalier am Eingang zur Gießhalle. Viele grüßten uns freundlich mit "Glück auf". Dieses Spalier verband bereits am Beginn der festlichen Veranstaltung die berg- und hütttenmännische Historie in Gestalt unserer Uniformen mit der Freiberger Glockengießertradition der Familie Hilliger und dem Wirken des 2014 gegründeten Freiberger Hilliger-Vereins. Die zu gießende Glocke mit Namen "Friede" wird das Geläut des Merseburger Doms ergänzen und zur 1000-jährigen Wiederkehr der Domweihe am ersten Oktober dieses Jahres erstmals zu hören sein. Für den Freiberger Hilliger-Verein und das Sächsische Metallwerk war der Auftrag zu diesem Glockenguss eine bedeutsame Anerkennung und (wie man jetzt ständig zu sagen pflegt) eine recht ordentliche Herausforderung, hat doch der Name der Familie Hilliger einen großen Bekanntheitsgrad. Diese Glocken- und Stückegießerwerkstatt war über mehrere Jahrhunderte in unserer Silberstadt ansässig und stattete alle Freiberge Kirchen samt Dom St. Marien mit seinen Glocken aus. Nebenbei bemerkt, stammen auch 29 Grabplatten in der Fürstengruft des Domes aus dieser Werkstatt. Auch ließ Heinrich der Fromme dort arbeiten. Sein Hobby waren Stücke, also Geschützrohre. Diese ließ er sogar von Lukas Cranach ausschmücken. Das Vorbild der neuen Glocke ist die Hilligerglocke im Naumburger Dom, Auf diese Weise treten zwei UNESCO- Welterbestätten zueinander in Beziehung. Das Ereignis zog eine große Anzahl von Zuschauern und Medienvertretern an, darunter eine ansehnliche Schar von Persönlichkeiten aus Merseburg. Vom Oberbürgermeister der Domstadt bis zu Vertretern der dort beheimateten Stiftervereinigung des Merseburger Domes. Zwischen den Begrüßungsworten lockerten 5 Bläser des Bergmusikkorps Saxonia das Programm auf. Ihr Auftritt war auch der erste nach langer coronabedingter Auszeit. Schlag 15 Uhr begannen Mitarbeiter des Sächsischen Metallwerkes die Glockenspeise aus Kupfer und Zinn mit Temperaturen jenseits von 1000 Grad Celsius in die vorbereitete Gießform fließen zu lassen. Es war doch ein bewegender Augenblick, der nur durch die überbordende Zahl von Fotografen aller Coleur gestört wurde. Selbst der MDR war mit seinem zeitgleich laufenden Magazin "Hier ab Zwei" live dabei. Neben dem leicht religiösen Anstrich der Merseburger Programmbeiträge kam schließlich auch die Freiberger Bergbau- und Hüttentradition zum Tragen, denn keine Veranstaltung mit Beteiligung der HFBHK kann ohne das hymnische "Glück auf, Glück auf der Steiger kommt" zu Ende gehen. Die kräftigen Stimmen der Berg- und Hüttenleute waren nicht zu überhören. Ein willkommenes Bergbier belohnte uns am Ende für das doch anstrengende Spalierstehen. Möge der Guss der Glocke gelungen sein und das Ergebnis seinem Anspruch gerecht werden: "Friede sei ihr erst` Geläute", aus der "Glocke" von Friedrich Schiller.

Glück auf! Bergkamerad Eberhard Pönitz

 

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