29.10.2016 19. Symposium der HFBHK zur Geschichte des sächsischen Berg- und Hüttenwesens - Befahrung der Befesa Zinc Freiberg GmbH Drucken

Das Symposium zur Geschichte des sächsischen Berg- und Hüttenwesens hat im Jahreskalender der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft einen festen Platz. Ende Oktober/Anfang November widmet sich unser Traditionsverein der Historie und auch der Gegenwart des sächsischen Montanwesens.

In diesem Jahr war das Objekt des Symposiums das Unternehmen Befesa im Industrie- und Gewerbegebiet Saxonia in Freiberg, Alfred-Lange-Straße. Der Straßenname erinnert an einen bekannten Buntmetallurgen: Prof. Alfred Lange, von 1950-1968 Direktor des Instituts für Metallhüttenkunde an der Bergakademie Freiberg.

Hervorgegangen aus der B.U.S. Zinkrecycling lautet der derzeitige Geschäftsname des Unternehmens Befesa Zinc Freiberg GmbH. Eigentümer der Befesa-Gruppe ist die Finanzgruppe Triton. Das Unternehmen nutzt u.a. die Gebäude der ehemaligen Rückständeanlage der Zinkabteilung des Bergbau- und Hüttenkombinates „Albert Funk“ Freiberg.

Aus angelieferten Stahlwerksstäuben, Schlämmen, Filterkuchen u.a. zinkhaltigen Reststoffen wird mittels des sogen. SDHL- Wälzverfahrens Wälzoxid erzeugt, das als Feststoff abgeschieden und als Sekundärrohstoff an die Zinkindustrie verkauft wird.

Um die 50 Bergkameradinnen und Bergkameraden erhielten während eines Überblicksvortrages des Geschäftsführers Herrn Hasche, und einer anschließenden Betriebsbefahrung, interessante und auch detaillierte Einblicke in den technologischen Ablauf des Recyclingprozesses, der drei Verfahrensschritte umfasst.

1. Materialanlieferung und Einsatzmaterialvorbereitung:

Hier werden die in unterschiedlicher Zusammensetzung angelieferten Ausgangsstoffe gelagert und über einen Mischer zu einem homogenen Beschickungsmaterial für die Wälz- oder Drehrohröfen aufbereitet. Das wird erreicht über die Zugabe von Wasser, Koks und Kalk. Es entstehen dabei Pellets. Die Lagerkapazität ist auf etwa ein bis zwei Monate dimensioniert.

2. Pyrometallurgische Aufarbeitung des Einsatzmaterials:

Dies erfolgt in zwei Wälzöfen von 38 bzw. 50 m Länge, einer Ofenneigung von 3% und einer Betriebstemperatur von 1200 Grad Celsius. Es kommt zur Verflüchtigung des Zinks, (d.h. zur Reduktion) und zu einer nachfolgenden Rückoxidation zum Wälzoxid. Daneben wird durch gezielte Luftzufuhr das während des Prozesses reduzierte Eisen wieder zu Eisenoxid (FeO). Die exotherme Energie der Oxidation dient dem endothermen chemischen Prozeß in der Reaktionszone des Drehrohrofens. Damit wird eine optimale und kostengünstige Wärmebilanz erreicht; sehr wesentlich für die Effizienz der von Befesa entwickelten Technologie.

Die beim pyrometallurgischen Prozeß anfallende Wälzschlacke kann als umweltneutrales Straßenbau- und Deponiematerial verwendet werden.

3. Abgasbehandlung und Wälzoxidabscheidung:

Der dritte Verfahrensschritt dient der Kühlung, Filtrierung und Reinigung des Wälzoxids. In diesem Verfahrensschritt werden vorhandene Verunreinigungen entfernt. Der größte Teil des produzierten Wälzoxids wird in einer dreistufigen Laugung gewaschen, um das in den Vorlaufmaterialien enthaltene Chlor und Flour aus dem Wälzoxid zu entfernen. Das Produkt ist damit elektrolysegängig und damit absatzfähig.

Wir haben allen Grund, uns für die fach- und sachkundige Führung durch die Herren Geschäftsführer Hasche, Betriebsleiter Rabe und Betriebsingenieur Zehm herzlich zu bedanken, ebenso unserem Bergkameraden Czelinski, der die Organisation des Symposiums "eingefädelt " hat.

Das große Interesse bei den Mitgliedern der HFBHK machte es notwendig, zwei Befahrungsgruppen zu bilden. So erweitern die jährlichen Symposien den Wissenstand unserer Vereinsmitglieder, und es ergibt sich eine Symbiose von Traditionspflege und Informationen über den technischen Fortschritt des Berg- und Hüttenwesens.

Bergkamerad

Eberhard Pönitz

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